PFLEGE PLUS 2026 – Fachkräftemangel, Digitalisierung und neuen Wohnkonzepten

PFLEGE PLUS 2026 – Zwischen Fachkräftemangel, Digitalisierung und neuen Wohnkonzepten

Die PFLEGE PLUS 2026 zeigte vom 5. bis 7. Mai auf der Messe Stuttgart deutlich, vor welchen Herausforderungen die Pflegebranche derzeit steht. Mehr als 170 Aussteller und über 7.300 Besucherinnen und Besucher nutzten die Fachmesse, um sich über neue Entwicklungen, technische Lösungen und aktuelle Trends in der professionellen Pflege auszutauschen.

Schon beim Rundgang durch die Hallen wurde deutlich, dass ein Thema nahezu überall präsent war. Der Fachkräftemangel.
Viele Aussteller präsentierten ihre Produkte und Dienstleistungen unter dem Gesichtspunkt, Pflegekräfte zu entlasten und Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten. Dabei ging es nicht nur um klassische Pflegeeinrichtungen, sondern auch um ambulante Dienste, Krankenhäuser, Rehabilitation und altersgerechtes Wohnen.

Digitalisierung hält Einzug in den Pflegealltag

Besonders auffällig war die starke Präsenz digitaler Lösungen und automatisierter Systeme. Vor allem Reinigungsroboter, die auch Aufzug fahren können, und digitale Assistenzsysteme waren auf zahlreichen Ständen vertreten. Die Hersteller betonten in Gesprächen und Vorträgen allerdings immer wieder, dass es dabei nicht um den Ersatz von Pflegepersonal gehe. Auch die Reinigungsroboter brauchen noch Personal zu täglichen Aufrüstung und zur Steuerungsplanung. Vielmehr sollen die technische Systeme dabei helfen, personelle Engpässe abzufedern und Mitarbeiter bei Routinetätigkeiten zu entlasten.

Auch Themen wie KI-gestützte Pflegedokumentation, digitale Verwaltung und moderne Kommunikationslösungen nahmen auf der Messe breiten Raum ein. Damit wurde sichtbar, wie stark die Digitalisierung inzwischen auch in Bereichen angekommen ist, die lange als klassisch „menschlich“ galten.

Internationale Fachkräfte als wichtiger Baustein

Der Fachkräftemangel zeigte sich auf der PFLEGE PLUS jedoch nicht nur in Diskussionen und Vorträgen. Auffällig waren auch mehrere internationale Stände, an denen gezielt Pflegefachkräfte für den deutschen Markt vermittelt wurden. Verschiedene Länder präsentierten sich dabei als Partner für die Gewinnung neuer Arbeitskräfte.

Damit spiegelte die Messe auch eine Entwicklung wider, die für viele Einrichtungen längst zum Alltag geworden ist, ohne internationale Fachkräfte wird die Versorgung in vielen Bereichen zunehmend schwieriger.

Wohnen im Alter neu gedacht

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf altersgerechten Wohn- und Einrichtungskonzepten. Zahlreiche Aussteller präsentierten Lösungen für barrierearmes und möglichst selbstständiges Wohnen im Alter. Dabei richteten sich viele Angebote nicht erst an pflegebedürftige Menschen, sondern bereits an ältere Personen, die frühzeitig auf Komfort, Sicherheit und Zugänglichkeit achten möchten.

Von Pflegebetten, die es ja schon seit Jahren gibt,  intelligenten Assistenzsystemen bis hin zu modernen Bad- und Wohnkonzepten wurde deutlich, dass altersgerechtes Wohnen zunehmend als Teil eines selbstbestimmten Lebens verstanden wird.

Pflegebranche im Wandel

Begleitet wurde die Messe von Kongressen, Workshops und Fachvorträgen zu Themen wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Palliativpflege und Personalbemessung. Auch Nachwuchsgewinnung und Weiterbildung spielten eine wichtige Rolle.

Die PFLEGE PLUS 2026 zeigte damit nicht nur neue Produkte und technische Entwicklungen, sondern vor allem eine Branche im Wandel. Zwischen Personalmangel, technischer Unterstützung und gesellschaftlichem Wandel sucht die Pflege nach Lösungen für die Zukunft.

Ausblick auf 2028

Die nächste PFLEGE PLUS, in Stuttgart, wird vom 16. bis 18. Mai 2028 wieder ein zentraler Ort für Austausch, Weiterbildung sowie Inspiration sein und viele richtungsweisende Impulse für die Pflegebranche setzen.

Bericht, Helmut Werner
Fotos, Neuweiler, Helmut Werner